Sansi - Emerald of Heart Best Wishes

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Sansi

Über uns

Sanserai (Sansi)
Traberstute; geboren 1980; verstorben 03.12.2008

Sansi hat mich nicht nur beim Reiten getragen. Auch in meinem Leben war sie mein Halt, meine beste Freundin, mein Tagebuch und mein Herzblatt. Ich habe oft gesagt: "Gott sei Dank kann sie nicht sprechen. Sie wüsste einfach zu viel von mir."

Um mich bei ihr für alles (soweit überhaupt möglich) bedanken zu können, werde ich hier versuchen unsere gemeinsamen Jahre festzuhalten.

Auch möchte ich mich auf diesem Weg bei unseren treuen Wegbegleitern und Wegbereitern bedanken:
Dr. Mara Pielsticker (meine beste Freundin) und Dr. Walter Luger (das tollste Tierärzte-Team der Welt);
Ines Summer
und Uschi Buck mit Terry und Sarah (sie haben Sansi die letzten Jahre treu umsorgend begleitet); Harald Betz und Claudia Lenz mit Carolin (unser "Starthilfe"-Team und langjährige Wegbegleiter); Andreas (Sansi's bester zweibeiniger Freund und langjährige Reitbeteiligung)


Irgendwie krieg ich Sansi's Lebensgeschichte nicht auf die Reihe. Es schmerzt noch immer.
Und durch die vielen Erinnerungen würde es außerdem ein Roman werden. Aber ich fang jetzt einfach mal an. Am besten, wie und wo wir uns kennen gelernt haben.

Nach einem schweren Reitunfall hieß es für mich damals Reiten aufhören. Aber das wollte und konnte ich nicht. Und so habe ich einen Platz gesucht, wo ich mich nur um Pferde kümmern konnte. Vor dem Reiten hatte ich eh viel zu viel Angst! So kam es, das ich bei Axel Stemmler in Badersfeld landete. Er hatte zu der Zeit drei Traber (die auch laufen sollten), ein Quarterhorse und einen Warmblüter. Als ich Sansi das erste Mal sah, wusste ich sofort: DAS IST DAS PFERD - diese AUGEN! Nur um mit ihr zusammen sein zu können, bin ich weit mit dem Rad gefahren, habe fast täglich sechs Boxen gemistet und den Stall sauber gehalten. Axel war ein toller Mensch, und es dauerte nicht lange und ich durfte ihm beim Training helfen. Ich habe das Einfahren, das Einspannen und das Sulkyfahren gelernt. Sansi war mein absoluter Favorit. So gingen ein paar Jahre ins Land. Sansi war sechs als sie ihr letztes Rennen in Pfaffenhofen lief. Sie ging bereits lahm und sollte ausgemustert werden. O-Ton Axel: "Jetzt kommt sie zum Schlachter." Heute betrachtet bin ich mir sicher, er hätte seinen "Butterkeks" (wie er sie nannte) nie zum Schlachter gegeben, aber damals brach eine Welt über mir zusammen. Ohne Nachzudenken bin ich auf die Bank, hab meine letzten Kröten zusammengetragen und bin zu Axel gefahren um Sansi zu kaufen.

So: gerade erst meine Lehre begonnen, kaum Geld, Angst vorm Reiten, keine rechte Ahnung was auf mich zukommt und meine Eltern wussten noch gar nichts - aber ich war Pferdebesitzer! Ich wusste, Sansi und ich gehören zusammen.

Die erste Zeit habe ich Sansi noch bei Axel in Badersfeld stehen lassen. Aber jeder kann sich vorstellen wie das ist; gehört hat sie mir aber irgendwie auch Axel. Um Sansi's Lahmheiten  "auszukurieren" habe ich sie für kurze Zeit nach Unterbachern gestellt. Der Stallbesitzer hieß Horst und züchtete Warmblüter. Dort habe ich selber gemistet, gefüttert und war täglich bei ihr und viel mit ihr spazieren. Als sie wieder fit war ging es zurück nach Badersfeld.

Erneuter Stallwechsel - ab zur Reeb Monika nach Riedmoos. Was für ein Glück für Sansi und mich, denn da haben wir Mara kennen gelernt. Hhhmmm - das muss 1989 gewesen sein. Ja genau, mein Ex-Mann und ich hatten noch ein zweites Pferd (Sharazhan - Araber) dazugekauft. Dank Mara und Sansi hatte ich es sogar schon wieder auf den Pferderücken geschafft. Zwar noch mit Windeln voll Angst, aber ich saß oben.

Nach einiger Zeit dort, sind wir alle gemeinsam mal wieder zurück nach Badersfeld zu den Pfeuffers. Es waren tolle Jahre mit vielen Freunden, viel Spaß und ich habe jede freie Sekunde mit Sansi verbracht. Die Aus- oder Wanderritte, die ich zusammen mit Mara gemacht habe, lassen sich nicht beschreiben. Sansi war ein absolutes Verlasspferd aber mit 1000 Volt im Hintern. Dadurch wurde auch ich immer sicherer und mutiger auf ihrem Rücken. Die Angst vor dem Reiten war bald wie weggeblasen. Schon damals hatte sich gezeigt, dass mich mein Gefühl nicht getäuscht hatte.
Was mir jetzt so aus dem Stehgreif einfällt ist ein Ausritt gemeinsam mit Mara auf Shara. Shara war nicht Verkehrssicher. Ich sah einen LKW um die Kurve auf uns zu rasen und wollte ihn abbremsen. Ohne Nachzudenken bin ich mit Sansi mitten in die Straße rein geritten damit er uns sieht. Das hat er dann auch, in der letzten Sekunde. Als der LKW zum Stehen kam musste Sansi ihre Nase nur noch ein paar Millimeter nach vorne strecken und konnte die Motorhaube küssen. Was sie übrigens mit einem entrüsteten Schnauben auch tat. Aber das war auch schon ihre ganze Reaktion auf die Situation.

Tja, es muss so 1993 gewesen sein, als wir uns entschlossen haben, die Pferde näher zu uns zu holen. Also zogen Shara, Sansi, mein Ex-Mann, Mara (inzwischen schon lange Reitbeteiligung vom Shara und meine beste Freundin) und ich nach Unterbachern zum Kronschnabel. Das erste Mal ein Stall mit Halle. Vorbei mit lustig - Sansi und ich mussten nun beweisen, dass mehr in uns steckt als mit Spaß und Gas im Gelände rumjuckeln. Da kam Harald das erste Mal ins Spiel. Gesagt - getan: wir nahmen Westernreitunterricht. Wobei der Spaß an den gemeinsamen Ausritten und Wanderritten auch nicht auf der Strecke blieb.

Es kam, wie es kommen musste. Bei mir stand die Scheidung von Wolfgang an, bei Sansi die Trennung von Shara. Was Sansi eindeutig härter getroffen hat als mich. Shara und sie waren wirklich ein Herz und eine Seele. Harald Betz nahm Sansi, Bino und mich auf dem Lucky-Horse-Coral auf. Und nachdem Wolfgang Mara auch nicht mehr als Beteiligung auf Shara wollte, bekam sie von Harry ein neues Beteiligungspferd "Apache". (Den sie übrigens heute noch reitet.)

Das Glück der folgenden Jahre kann ich eigentlich nicht in Worte fassen. Wir hatten eine geniale Stallgemeinschaft und Sansi in Apache einen neuen besten Freund gefunden. Auch das "ernsthafte" Training bei Harald fing an Früchte zu tragen. Ich fühlte mich auf sämtlichen Pferderücken wieder sicher und wohl. Sansi war in der Blüte ihres Lebens und einfach (ich weiß, ich wiederhole mich) nur ein Traum. Mein altes Traberchen ertrug es für mich, dass sie sogar noch Trailturniere starten musste. Unter anderem schenkte sie mir 1998 einen 2. Platz auf einem größeren Turnier. Super tolle Weihnachtsfeiern mit Gaudi-Trails, gemeinsame Turniere, Feiern und viele Ausritte waren an der Tagesordnung. Sansi hatte es sogar geschafft Robert zu überzeugen dass Pferde toll sind. Naja, zumindest das sie toll und lieb ist. Er saß sogar ein paar Mal auf ihrem Rücken.
Im Lucky Horse Coral war Sansi bald auch der Kinderliebling. Viele dort haben ihre ersten Reit- und Pferdeerfahrungen mit meinem Mädel gemacht. Unter anderem hat Carolin auf Sansi das Reiten gelernt und ihr erstes Turnier mit ihr bestritten. Heute startet Caro für Deutschland und ist eine erfolgreiche und tolle Reiterin. Sie erzählt oft davon, wie es mit Sansi begonnen hat.
Bei den Beiden fällt mir auch wieder eine kurze Zwischengeschichte ein: Caro trainierte mit Sansi Trail. Ich weiß gar nicht mehr wie alt sie damals war. Auf alle Fälle nahm Carolin den Scheppersack auf und Sansi erschrak furchtbar. Aber Klein-Caro hatte alles im Griff - das durchgehende Pferd und den Sack, den sie partout nicht loslassen wollte.
Ich glaube es war im Jahr 2000 als ich mir eingebildet hatte eine berufsbegleitende Fortbildung machen zu müssen. Natürlich wollte ich Sansi weiter gut versorgt und bewegt wissen. Andi wurde Reitbeteiligung. Die Beiden waren so ein tolles Team. Eigentlich hätte ich ja eifersüchtig sein müssen, aber ich freute mich nur. Auch in den vielen Zeiten, die Sansi nicht geritten werden durfte, war Andi immer an ihrer Seite. Als ich ihn anrief, um ihm zu sagen das Sansi gegangen sei, kam diese Antwort: "Sansi hat mir die glücklichsten Jahre meines Lebens geschenkt! Danke Dir und ihr."
Ach ja, 2002 wurde mein Mädel dann auch noch Ziehmama. Nash, ein Haflingerhengstfohlen, zog bei ihr in der Box ein. Sie war so glücklich als Mama.
Im Jahr 2003 ging es Sansi leider gar nicht mehr so gut. Sie durfte laut Tierarzt nicht mehr geritten werden, hatte ihre Freundin Elli durch einen tragischen Unfall verloren und war sehr in sich gekehrt. Da der LHC ein Trainingsstall ist und mir persönlich für ein Gnadenbrotpferd auch zu teuer war musste Sansi ein letztes Mal umziehen.


Ab auf die 4u2-Ranch zu Ines Summer nach Jetztendorf. Es hieß damals Hop oder Top - verkraftet sie den Umzug oder geht es ihr dann noch schlechter? Sansi entschied sich, nicht zum 1. Mal in ihrem Leben, für Top. Die Neuerungen in ihrem Leben und die geniale Pflege und Versorgung durch Ines und Uschi haben ihr den x-ten Frühling beschert. Den Spitznamen "Betriebsschlampe" hatte sie auf der 4u2 bestimmt nicht unverdient. Wir bekamen sogar wieder das OK zum Reiten und Sulkyfahren - der Wahnsinn! Auch Andi war ein paar Mal mit ihr dort im Gelände unterwegs.

Aber auch die beste Pflege und die größte Liebe können die Zeit nicht aufhalten. Anfang 2008 hatte Sansi eine ihrer schwersten Koliken jemals. Die Tierärzte dachten schon, sie schafft es nicht mehr. Aber mein Kämpfer sah mich aus dem Auto steigen und war bereit für neue Taten. Sie hat sich erholt und durfte nun den wohlverdienten Ruhestand auf der Koppel genießen. Ines und Uschi haben alles was in ihrer Macht stand getan um Sansi das Leben so schön wie möglich zu machen. Sie hatte den absoluten Senioren-Sonderstatus.

In demselben Jahr im Herbst ging es ihr aber stetig etwas schlechter. Am 03.12.2008 dann der Anruf von Ines: "Moni, komm. Sansi geht's gar nicht gut." Ich bin natürlich mit 100 Sachen nach Jetzendorf gefahren. Der Anblick (ich schreib das hier gerade auch unter Tränen). Also hab ich Dr. Luger und Mara angerufen. Sie waren innerhalb von Minuten da. Ein Nicken, ein kurzes DANKE für Alles und Sansi ist Bino in meinem Beisein gefolgt…

Das Leben ohne sie ist nicht mehr das Selbe. Sie war mein Lebensmittelpunkt und mein Halt. Sie hat mich über Jahrzehnte begleitet und mir tausende schöne Stunden und Erfahrungen geschenkt.

Natürlich gab es im Lauf der Jahre auch viele negative Situationen. Sansi war oft und viel krank. Teilweise hatte sie in der Woche mindestens eine Kolik. Ihre Füße machten ihr auch immer wieder Probleme. Wir mussten sie sogar für den Hufschmied schon einmal in Vollnarkose legen damit er sie beschlagen konnte. Die Praxis Dr. Luger war Dauergast bei uns. Ich habe mir im Lauf der Jahre viele Vorwürfe machen lassen müssen. Sprüche wie "die kostet doch nur, gib sie auf" und "die wird nicht mehr" kamen oft genug. Es gab genügend Zeiten da wusste ich nicht wo ich das Geld für dieses Pferd noch auftreiben sollte - ABER:

Ich habe keine SEKUNDE unseres gemeinsamen Lebens bereut! Ich liebe Sansi abgöttisch und sie hat mir soviel geschenkt, dass ließe sich mit Geld gar nicht abwiegen.

DANKE Sansi für die tollsten Zeiten meines Lebens!

Ich vermisse Dich sehr!

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