Clickern - Emerald of Heart Best Wishes

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Clickern

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"Eigentlich hielt ich die ganze ‚Clickerei’ für ein kleines Experiment und war fest davon überzeugt, dass unsere Beziehung und Teamwork nicht mehr zu toppen seien. Was soll ich sagen: Ich wurde schnell eines Besseren belehrt! Inzwischen möchte ich fast behaupten: Wer noch nie mit seinem Hund geclickert hat, der hat nie sein wirkliches Potenzial kennen gelernt."
Birgit Laser im Vorwort zu ihrem Buch "Clickertraining", Cadmos-Verlag, 2000

Als erstes die lästige Theorie:

Das Clickern beruht auf dem Urprinzip des Lernens: Das Formen von Verhalten nach Versuch und Irrtum; das Formen von Verhalten durch Erfolg!

Der Clicker hat viele Vorteile, denn
der Clicker erzeugt ein seltenes Geräusch.
(Das Click-Clack kommt im Alltag praktisch nicht vor und kann deshalb nicht mit anderen Geräuschen verwechselt werden.)
der Clicker erzeugt ein immer gleichbleibendes Geräusch.
(Dagegen sendet die menschliche Stimme verschiedene Signale aus, weil sie von Gefühlen und Stimmungen beeinflusst wird.)
der Clicker kann zeitlich punktgenau (präzise) eingesetzt werden.
(Die Hand aber kann nicht immer mit Wurst am Hundemaul sein. Zeitpunkt der Reaktion muss innerhalb von 0,5 bis max. 2 Sekunden stattfinden)
der Clicker verlängert die Reaktionszeit des Hundeführers.
(Kann man im Augenblick kein Futter geben (z.B. der Hund hält das Bringholz korrekt) oder man braucht mehr Zeit für die Verstärkung (der Ball will nicht aus der Tasche gehen), so kündigt sie das Click im richtigen Moment an.)
der Clicker überbrückt Entfernungen.
(Ist der Hund weit entfernt, holt er sich nach gelungener Übung die Belohnung beim Hundeführer ab.)
der Clicker kann von Helfern eingesetzt werden.
(Bei Clickeranfängern oder bei Übungen, bei denen der Hundeführer das Verhalten des Hundes nicht sehen kann, z.B. beim SITZ aus der Bewegung, übernimmt ein Helfer das richtige Clicken.)

Click heißt immer Belohnung! Dabei kann allerdings die Belohnung ganz unterschiedlich ausfallen. Zum Beispiel aus verschiedenen Leckerchen, aus einem gemeinsamen Spiel, aus Freigang oder aus geworfenen Spielzeug.

Beim Clickern werden negative Verhaltensweisen ignoriert und positive bestärkt. Wenn das nicht erfolgsversprechend ist?! Normalerweise reagiert der Mensch immer nur auf Hunde-Verhalten das nicht erwünscht ist (z.B. Mit Leinenruck beim an der Leine ziehen). Beim Clickern reagiert man, wenn der Hund was "richtig" macht (z.B. Der Hund zieht nicht an der Leine C&B).

Halten Sie die Clicker-Übungseinheiten kurz. Lieber mehrmals täglich 3 - 5 Minuten. Die Übungseinheiten sind für Hunde sehr anstrengend. Üben Sie an verschiedenen Plätzen. Üben Sie, die Belohnung in regelmäßigen Abständen und auch mal verspätet zu geben.

Wann wird noch gleich das Signal eingeführt? Erst wenn der Hund verstanden hat worum es geht. Wenn der Vierbeiner beim Training das gewünschte Verhalten zuverlässig und immer zeigt, dann ist es Zeit für das Wortsignal. Also, wenn Sie 100€ darauf verwetten, er macht es!

Zu Beginn jeder Clicker-Session sollten drei bis vier Geschenke gemacht werden. Also, 3-4x C&B ohne das der Hund was tun muss. Dabei sollte man auch ein Beginnsignal einführen (z.B. "Action" oder "Mach was" oder "Clickertime")

Zum Ende jeder Session sollte die Einheit mit einem Signal beendet werden. Als Signal kann z.B. "Ende" oder "Fine" eingeführt werden. Die Leckerchen und der Clicker werden weggeräumt. Glauben Sie mir, das wird nötig! Gerade "shapping" Hunde kennen sonst keine Grenzen und sie haben einen Pausenclown par excellence daheim.

Ein "Nein" gibt es absolut nicht, aber ich erachte zwei Signale noch als unerlässlich. Ein "Schade" oder "was anderes", um dem Hund zu sagen, dass  was er gerade tut, wird ihm keine Belohnung einbringen. Mit "Weiter" oder "netter Versuch" erklärt man, dass er es schon ganz ordentlich macht, aber noch nicht gut genug. Man denke dabei nur an das Spiel "Heiß-Kalt" unserer Kinder, das ähnelt sich schon sehr.

Ein Tabu beim Clickern ist, den Hund damit zu rufen. Die positive Einstellung des Hundes zum Clicker verleitet schnell, den Hund durch den "Click" herbeizulocken bzw. ihn durch den "Click" von einer interessanten Sache abzulenken. Das ist aber nicht der Sinn des ganzen! Der Hund wird mit dem "Click" in dem bestärkt, was er gerade tut, wenn er das Geräusch hört. Beispiel: Hund jagt hinter einem Hasen her, der Mensch clickt, weil der "Hund so schön drauf reagiert und sofort kommt". Was passiert in Wirklichkeit? Der Hund wird bestärkt für das Jagen, holt sich die Belohnung – und geht im Zweifelsfall wieder jagen, um weiter bestärkt zu werden.

Später, als Fortgeschrittener, kann man auch ein so genanntes Clicker-Wort einführen. Dies kann den Clicker teilweise ersetzten. Ich habe "Click" dafür! Denn das Wort sollte im normalen Sprachgebrauch nicht laufend vorkommen.

Die meisten Zweifel sind in der Regel schnell geklärt:
Bin ich ab jetzt und für den Rest seines Lebens nur noch wandelnder Futterautomat? NEIN! Das Stichwort heißt hier "variable Bestärkung": Ist ein Verhalten erst einmal eingeübt, wird es immer seltener und schließlich nur noch unregelmäßig bestärkt. Denken wir doch nur an einen einarmigen Banditen...
Kann ich ohne Clicker gar nichts mehr machen? NEIN, auch hier! Der Hund wird auch weiterhin auf Sprach- und/oder Körperbefehle reagieren. Sie können auch ohne Clicker mit ihm arbeiten. Es macht nur nicht so viel Spaß!

Unter http://www.spass-mit-hund.de/
gibt es einen ganz tollen Trainingplan zum downloaden.

Ach so, ich sollte vielleicht noch die Möglichkeiten des Einsatzes
vom Clicker erklären:

   *  Einfangen
      Wir Vierbeiner machen etwas (z.B. Strecken wir uns doch fast alle nach dem Aufstehen)
      und der Mensch belohnt das mit einem C&B
      
   *  Locken
      Wir werden in die richtige Position gelockt und dann wird geclickt
      (der Zweibeiner lockt uns in eine bestimmte Position - z.B. zwischen die Beine)
      
   * Formen
      bestimmte Übungen werden hervorgerufen indem der erste Ansatz geclickt
       wird (z.B. vom Pfote leicht anheben bis zu High Five)

Signalkontrolle:


Das, was wir hier als Signal bezeichnen, was ein Verhalten des Hundes auslöst, ist Ihnen bestimmt als Begriff "Kommando" besser bekannt. Beim Clickern lassen Sie sich Ihren Hund ganz entspannt seine Übung erarbeiten. Erst, wenn er verstanden hat, worum es geht, geben Sie der Übung einen Namen. Das ist wesentlich stressfreier, als wenn Sie Ihrem ohnehin schon hochkonzentrierten Hund, der gerade eine ganz neue Aktivität erlernt, gleichzeitig noch eine neue Vokabel um die Ohren hauen. Wenn Ihr Hund in einer Trainingseinheit sein erlerntes Verhalten zuverlässig immer wieder zeigt und sie 100€ darauf verwetten, dass er es tut, dann ist es Zeit, das Signal einzuführen. Ob das ein Hör- oder Sichtzeichen ist, entscheiden Sie. Ist das Signal erst einmal eingeführt, gibt’s für diese Übung nur noch C&B für Ihren Hund, wenn Sie ihm vorher das Signal dafür gegeben haben.

Ein äußerst wichtiger Punkt beim Einüben von Signalkontrolle ist auch der Zeitpunkt, zu dem das Signal gegeben wird. Optimal sind 0,5 - 2 Sekunden bevor der Hund das zugehörige Verhalten ausführt. Diese winzige Zeitspanne sollte immer eingehalten werden, wenn eine Assoziation (hier: Signal - Verhalten) entstehen soll.

Vorgehensweise:

Unmittelbar vor der richtigen Ausführung geben wir das neue Signal (Hör- oder Sichtzeichen) Achtung: Timing
Das wiederholen wir bei jeder künftigen Ausführung. Ab jetzt gibt es nur mehr C&B für Ausführungen nach dem Signal.
Nach und nach streuen wir gezielte „Fehlversuche“ ein. Wir geben kein Signal, warten und ignorieren das Zielverhalten dann. Sofort anschließend wiederholen wir wieder das Signal und bestärken die richtige Ausführung.
Achtung: Sollte der Hund daraufhin inaktiv werden oder merkbar gestresst wirken, war der Zeitpunkt der Signaleinführung zu früh.
Anfangs empfiehlt sich eine Rate von 4:1 (viermal Signal mit Bestärkung – einmal kein Signal/Leerversuch).
Zeigt der Hund das erwünschte Verhalten zuverlässig nach Erteilung des Signal und an verschiedenen Orten gehen wir nach und nach zur Variablen Bestärkung über.

Welche Signale sind empfehlenswert?

Ø     Sichtzeichen werden besser wahrgenommen als Hörzeichen

Ø     Eindeutigkeit

Ø     Nie Sicht- und Hörzeichen gleichzeitig (Signalüberschattung)

Nun zum Einsatz:


Noch ist das Click-Geräusch völlig bedeutungslos für den Hund. Als erstes kommt also die Konditionierung. Und das funktioniert so: Mensch betätigt den Clicker, und unmittelbar nach dem Click gibt man dem Hund ein Leckerchen aus der Hand.  Diese Verkettung "Click & Belohnung (C&B)" ca. 10-15 in rascher Abfolge hintereinander wiederholen - und schon ist die Verknüpfung hergestellt. Danach sollte Pause gemacht werden. Dann noch mal, aber die Leckerchen stehen schon am Tisch und sind nicht mehr in der Menschenhand.

Als erste Übungen haben sich das Abwenden vom Futter, der Handtouch oder das "Schau" bewährt.
Damit der Hund lernt, sich vom Futter abzuwenden werden in einer Hand die Leckerchen und der Clicker gehalten und die andere Hand ist leer. Beide Hände sind zur Faust geballt. Der Hund wird versuchen an die Leckerchen zu kommen, aber er bekommt sie nicht. Dann wird er aus Neugier einmal die andere Hand anschauen oder anstupsen – Click und Leckerchen.
Der Handtouch ist nach meiner Meinung einer der wichtigsten Grundübungen. Dabei wird die Hand (eventuell mit abgewinkeltem Daumen; so nach dem Motto: Da steckt ein Leckerlie drin) dem Hund vor das Gesicht "gezaubert". Am Besten klappt das, indem man die Hand hinter dem Rücken herholt. Jeder Hund ist Neugierig und wird schauen, was das ist - C&B! Das wird dann immer wieder mal geübt, bis der Hund die Hand mit der Nase berührt. C&B - fertig ist der Handtouch.
Das Schau ist schon ein bisschen schwieriger. Man nimmt ein Leckerchen und wirft es für den Hund gut sichtbar auf den Boden. Er wird sofort hinlaufen und ganz kurz bevor er es aufnimmt klickt man. Das wiederholt man 3 bis 4 mal. Nach dem letzten werfen/klicken hält man inne und wartet. Nachdem der Hund das letzte Leckerchen aufgenommen hat wird er zu Ihnen schauen und fragen „wo ist das nächste“. Genau bei diesem Augenblick, indem der Hund sie anschaut und fragt, muss der Click kommen. Und dann wirft das nächste Leckerchen wieder auf den Boden (hier wird nicht mehr geklickt, wenn er das Leckerchen aufnimmt). Das wiederholt man 8 - 10 mal. Pause. Bei der nächsten Übungseinheit wieder ein paar Schritte zurück: Leckerchen werfen und clicken. Nächster Schritt: erst klicken wenn der Hund schaut und dann Click und Leckerchen werfen. Aber jetzt: Während der Hund das Leckerchen aufnimmt, geht man 1 – 2 Schritte weg und wenn er zurückkommt um zu gucken, muß er in Ihre Richtung schauen: click und wieder Leckerchen werfen. Den Standort nur wenig, aber immer wieder verändern, so dass der Hund immer wieder zu Ihnen und in Ihre Richtung schauen muss.


Prompt sind die ersten Grundschritte im Clickertraining gemacht und Beide hatten Spaß!

Hier mal ein paar Tricks, die mit dem Clicker aufgebaut werden können:

  1.      Tür zu
  2.      Licht an/aus
  3.      Socken/Schuhe ausziehen
  4.      Bring die Fernbedienung/das Telefon uvm.
  5.      sämtliche Tricks wie z.B. Rolle; Drehen; Winken
  6.      Wäsche abhängen
  7.      Aufräumen
  8.      Skateboard fahren
  9.      An Blumen riechen
 10.     Arbeiten mit Targets jeglicher Art



Bei der Anwendung ist der Fantasie keine Grenze gesetzt. Die Grenze setzt ihr Hund und ihre Geduld und ihr Erfindungsreichtum!

Auch in der Grunderziehung kann der Clicker sehr hilfreich sein. Ein mit dem Clicker aufgebautes Fußgehen wird sicherlich sehr freudig sein. Sitz, Platz und sonstige Grundübungen sind auch kein Problem.

Tolle Clickerseiten im Internet:

http://www.clicker.de/


http://www.spass-mit-hund.de/


http://www.clickertraining.com/




Ich liebe das Clickern sehr. Frauchen hat mir damit gezeigt, dass ich auch mal agieren und nicht nur reagieren kann. Ich darf selber entscheiden, was ich mache - nichts ist falsch. Manchmal kommt dann der Click, manchmal sagt sie nur "Schade" und ich muss was anderes ausprobieren. Aber Spaß haben wir beim Shapen immer. Und, es baut mich total auf, denn ein NEIN gibt es nicht!

Ein ganz tolles Magazin übers Clickern bekommt Ihr bei Simone Fasel
. Das solltet Ihr unbedingt bestellen - ist der WAHNSINN!

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