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Pepino (Bino)
Mix aus Spanien (oder wie wir immer sagten: tibetanischer Tempelhund")
geb. ca. 1987; verstorben am 21.01.2004
Mein Leben lang hatte ich mir einen eigenen Hund gewünscht, aber mein Vater hatte panische Angst und so durfte ich keinen haben. Ich war Gassigeher im Dachauer Tierheim und Betreuer für Hunde von Bekannten -
Ich weiß noch wie ich als Jugendliche einen Schäfer-
Als ich dann daheim ausgezogen bin, war meine erste Tat nach einem Hund für mich zu suchen. Das Tierheim in Dachau wollte mir keinen geben, da wir zu der Zeit keinen Garten hatten.
Ich war tierschutzrechtlich sehr aktiv und habe mich dann Pro Animale e.V. angeschlossen.
Damals war Herr Aufhauser für ProAnimale hier bei uns in Dachau tätig.
Ich werde diesen Tag wohl nie vergessen. Es waren zwei Zwinger voll mit Hunden nach Größe sortiert.
In dem ersten Zwinger kamen so circa 39 Hunde auf mich zu gerast, Nummer 40 lag ganz hinten
im Körbchen und hat nur den Kopf gehoben... der musste es sein. Mein Ex-
wie so ein Pepino -
Herr Aufhauser erklärte mir, dass Franzi (ca. 3 Jahre alt) erst vor ein paar Tagen aus einem Tötungskäfig in Spanien gerettet wurde und eigentlich eingeschläfert werden sollte. Er hatte eine große klaffende Narbe am Rücken, eine tiefe Wunde rund um den Hals,
ein aufgequollenes Auge und das zweite Auge war bereits trüb.
Ich habe Franzi erst mal umgetauft auf "Pepino" und ihn mit nach Hause genommen. Leicht hat es mir der kleine
Kerl nicht gemacht. Er war völlig verschüchtert und hat nach dem Prinzip Angriff ist die beste Verteidigung gelebt.
Als wir zu Hause ankamen beschloss Bino, dass der Platz unter dem Wohnzimmertisch ihm gehört und niemand (und ich meine niemand) da was zu suchen hat. Da wir keine andere Sitzmöglichkeit hatten, konnte ich meine Bisswunden an den Füßen kaum
mehr zählen. Beim Spaziergehen (wir wohnten mitten in Dachau) dagegen lag er mehr am Rücken oder kroch hinter mir nach.
Viele Menschen schüchterten ihn total ein. Dabei fällt mir auch das erste Mal im Stall in Riedmoos ein. Er ist er unter dem Bauwagen verschwunden und wir mussten ihn da "rausfischen". Das Gelächter der Anderen war groß!
Keine Ahnung wie, wann und warum -
Bino war überall und immer dabei. Er hatte keinerlei Ängste, brauchte nie eine Leine (auch nicht als er blind wurde), hat weder gejagt noch mit jeglicher Art von Tieren und Menschen irgendwelche Probleme gehabt. Auch als ich ein armes krankes Kätzchen mit heim brachte machte Bino keine Zicken. Egal ob in der Arbeit, in der Wirtschaft, im Stall, am Sulky oder beim Reiten
-
Was er auch besonders mochte, war bei "Tante" Mara zu sein. Als ich in Australien war, war Bino die ganzen sechs Wochen bei ihr.
Er fand es toll und Mara und ihre Familie auch. Bino wusste auch immer ganz genau, ob Mara heute als Tierarzt oder als
zweites Frauchen zu ihm kam. Wie auch immer, er konnte es unterscheiden.
Sein uriges Aussehen brachte ihm Spitznamen wie "Gismo", "Gremlin" oder auch "Störtebeker" ein. Seinem
Charme konnte kaum jemand widerstehen. Aber er konnte noch immer auch anders. Hochheben durften ihn nicht viele; mein Auto war seine Höhle und wer sich da ran wagte dem gnade Gott; und irgendwas von mir in seiner Nähe stehen lassen und weggehen ging gar nicht. Sein Leben lang hat er jeden in die Wohnung rein gelassen und kam dann von hinten, wenn ihm was an der Person nicht passte.
Schwere Zeiten hat der kleine Bursche leider auch bei mir mitmachen müssen. Wir mussten ihm das eine Auge entfernen,
mit ca. 16 Jahren musste er kastriert werden, seine Bandscheiben machten arge Probleme und bei einer OP wurden ihm mal 16 Zähne gezogen. Auch die Trennung von Wolfgang hat Bino schwer getroffen. Er hat lange gebraucht um sein Herrchen nicht mehr zu suchen.
Die Zeit, als ich Robert dann kennen lernte, war für Bino auch nicht ganz einfach.
"Was soll dieser ängstliche Zweibeiner da in meiner Wohnung? Toll, den kann man so schön einschüchtern!"
Aber, die zwei wurden ein Herz und eine Seele. Nachdem Bino blind wurde und auch seine Bandscheiben Probleme machten, konnte ich ihn ja leider nicht mehr in den Stall mitnehmen. Es wäre viel zu gefährlich für ihn geworden. So kam es, dass er
immer bei Robert daheim blieb. Das war manches mal ein Bild ... zwei Couchpotatoes...
Robert und Bino wurden zu einem DreamTeam sondergleichen. Ein Zweibeiner der Angst vor Hunden hat und ein
Vierbeiner, der nicht ganz ohne war.
Im Januar 2004, genauer gesagt am 21.Januar, mussten wir Bino über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Er hatte einen so schweren Bandscheibenvorfall, dass er die Hinterhand nicht mehr bewegen konnte.
Mara kam zu uns nach Hause und Bino durfte im Kreise seiner Lieben auf meinem Schoß einschlafen. Nach fast genau 14 Jahren hat er mich verlassen.
Ich vermisse ihn heute noch.